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Was ist das

Was ist das?

Ess-Störungen sind so alt wie die Menschheit, haben aber in letzter Zeit bedrohlich zugenommen. Dies vor allem bei jungen Frauen in den westlichen Industrienationen. Unterschieden werden insbesondere die Bulimia nervosa (wiederholte Fressanfälle mit selbst-induziertem Erbrechen, Missbrauch von Abführmitteln und überzogenem Fasten zur Gewichtssteuerung) sowie die Anorexia nervosa, bei der sich die Betroffenen beharrlich weigern ein Minimum des normalen Körpergewichts zu halten. Dies hat kulturell-gesellschaftliche, vor allem aber psychologische bzw. psychopathologische (seelisch-krankhafte) Ursachen.

Die Folgen: Stimmungsschwankungen, Angststörungen, (Ess-)Zwangsgedanken, Minderwertigkeitsgefühle, ggf. sogar Suizid-Vorstellungen.


In körperlicher Hinsicht drohen Müdigkeit, Muskelschwäche, Schwindel, Kälte-Empfindlichkeit, Ohnmachtgefühle, Kopf- und Bauchschmerzen, Zyklusstörungen, Unfruchtbarkeit, Herz-Kreislaufstörungen (niederer Blutdruck, langsamer Herzschlag), Haut-Veränderungen (trocken, gelblich, Schwielen, Hautblutungen), brüchige Haare und Fingernägel, Haarausfall, Magen-Darm-Veränderungen (geschwollene Speicheldrüsen, blutiges Erbrechen, Blähungen, Verstopfung, Durchfälle u. a.), Schlafstörungen, gynäkologische und sexuelle Funktionsstörungen (Zyklusstörungen, Ausbleiben der Monatsblutung, Unfruchtbarkeit), Stoffwechsel-Störungen (Blutbild, Schilddrüsenhormone, Cholesterin u. a.), orthopädische Beeinträchtigungen (z. B. Osteoporose mit entsprechender Knochenbrüchigkeit), ja sogar Zahnveränderungen (Zahnfleisch-Entzündung, Zahnerosionen, Karies) u. a. m.

Ess-Störungen im Allgemeinen und die Anorexia nervosa im Speziellen sind gefährliche Krankheiten, vor allem weil sie lange nicht erkannt und meist lange beschönigt, nicht ernst genommen oder verheimlicht werden. Die Langzeit-Schäden liegen neben seelischen und psychosozialen Folgen besonders auf körperlichem Gebiet und sind dort u. U. nicht mehr korrigierbar.


Die Ess-Störungen sind keine neue Krankheit. Erste Hinweise finden sich bereits im 4. Jahrhundert vor Christi Geburt, vor allem bei den alten Griechen. Doch in den letzten Jahrzehnten haben sie deutlich, in einigen Nationen, vor allem in der westlichen Welt gar bedrohlich zugenommen, besonders beim weiblichen Geschlecht. In der Altersgruppe der 15- bis 34-jährigen Frauen sind sie der 4. häufigste Grund für ernste, gesundheits-bedrohende Funktionseinschränkungen.
Deshalb ist auch die Zahl der wissenschaftlichen Untersuchungen und Publikationen einschließlich Fachbücher, aber auch der allgemein verständlichen Veröffentlichungen mit entsprechenden Sachbüchern erfreulich gewachsen. Ein Überblick erscheint fast nicht mehr möglich, was die psychologischen, vor allem neurosen-psychologischen, psychosomatischen, psychodynamischen, psychiatrischen, neurologischen, internistischen, ja haut- und sogar zahnärztlichen Aspekte der Ess-Störungen anbelangt.

Wie teilt man die Ess-Störungen ein?

Es gibt verschiedene Unterteilungsmöglichkeiten, in der einfachsten Form unterscheidet man die
- Anorexia nervosa, bei der sich die Betroffenen beharrlich weigern, ein Minimum des normalen (!) Körpergewichts zu halten und die
- Bulimia nervosa, die durch wiederholte "Fressanfälle" gekennzeichnet ist, begleitet von unangemessenen Maßnahmen zur Gewichtssteuerung wie das selbst-induzierte Erbrechen, den Missbrauch von Abführmitteln, überzogenes Fasten oder exzessive körperliche Betätigung.
Kennzeichnendes Merkmal für beide Formen ist eine gestörte Selbst-Wahrnehmung, was die eigene Figur im allgemeinen und das Gewicht im speziellen anbelangt.

Begriff - Definition - Gewichts-Kriterien

Der Begriff der Anorexie ist zwar in aller Munde, aber - wie so oft - gar nicht zutreffend. Denn Anorexie (auch Asitie genannt) heißt so viel wie Verlust des Nahrungstriebes, allgemein verständlich: Appetitlosigkeit und hat mit einer Magersucht erst einmal nichts zu tun. Denn Appetitlosigkeit kann auch durch zahlreiche körperliche Erkrankungen und sogar Behandlungsmaßnahmen ausgelöst werden. Im vorliegenden Falle ist er noch insofern irreführend, weil gerade die Anorexia = Appetitlosigkeit bei den Ess-Störungen besonders selten auftritt. Gleichwohl ist man bei diesem Begriff geblieben, er hat sich etabliert und erfüllt inzwischen auch seine Aufgabe.
Definition: Hauptmerkmale der Anorexia nervosa sind also die Weigerung, ein Minimum des normalen Körpergewichts zu halten, große Angst vor Gewichtszunahme und eine erhebliche Störung in der Wahrnehmung der eigenen Figur und besonders des Körperumfanges (zusätzliche Symptome sind beispielsweise auch die Amenorrhoe, also das Ausbleiben der Monatsblutung).

Gewichts-Kriterium: Was unter einem normalen Körpergewicht zu verstehen ist, das regeln bestimmte medizinische Richtlinien, die dann auch das Untergewicht definieren. "Normal" heißt, dass das Körpergewicht nicht weniger als 85 % jenes Gewichts betragen darf, das als normal für dieses Alter und diese Größe angesehen wird (dafür gibt es dann entsprechende Tabellen wie beispielsweise den Body-Mass-Index - BMI u. a.).
Da es sich hier aber auch um individuelle Grenzwerte handeln kann, insbesondere was Körperbau und Gewichtsentwicklung anbelangt, pflegt man in der Regel erst dann aufmerksam zu werden, wenn der Betreffende deutlich untergewichtig wird.

 

 

 

 

 

 

 

2.6.07 20:21







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